Anthropic-spektakel: milliardärs-deal und aktien-alarm
Ein Wettlauf um Anteile an Anthropic, dem aufstrebenden KI-Rivalen von OpenAI, hat die Tech-Szene in Atem. Der Milliardär Storm Duncan, Gründer des Investment-Boutique Ignatious, setzt seine 4,8 Millionen Dollar an Aktien der Startup-Firma – und das in einer Größenordnung, die Experten für Alarm schlägt.
Duncan schickt eine riskante auktion auf den markt
Duncan, bekannt für seinen pragmatischen Ansatz und seinen Wohnsitz in Jackson Hole, Wyoming, hat offenbar seine exklusive 13 Hektar große Villa in Mill Valley, mit Panoramablick auf San Francisco und einer Infinity-Pool, ins Spiel gebracht. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit von Mitarbeitern und frühen Investoren zu lenken, die möglicherweise ihre Anteile liquidieren möchten. Der Preis für das Anwesen ist jedoch nicht der einzige Faktor. Die Bewertung von Anthropic, die sich auf unglaubliche 1 Billion Dollar schätzt, ist ein weiteres Zeichen des Hypes um die KI-Technologie.
Business Insider berichtete bereits diese Woche über den rasanten Anstieg der Marktwertschätzung, getrieben von Investoren, die von Anthropics beeindruckendem Wachstum und insbesondere von seinem Code-Assistenten Claude Code begeistert sind. Das Unternehmen versucht, Investoren zu gewinnen und sich eine Bewertung von rund 800 Milliarden Dollar zu sichern – ein weiterer Schritt in Richtung einer potenziellen Börsengang.
Duncan betont, dass er keine reine Publicity-Jagd betreibt. Er sieht in dem Deal eine Möglichkeit, Liquidität für Mitarbeiter zu schaffen, die ihre illiquiden Aktien nicht verkaufen können. „Es ist ein komplexes Geschäft“, erklärt er. „Es gibt viele Leute, die in einer kleinen Wohnung in San Francisco leben und 400.000 Dollar im Jahr verdienen, aber ihre Aktien sind so illiquide, dass sie keinen Zugang dazu haben.“
Die Geschichte erinnert an die Dotcom-Blase von 2005, als der Künstler David Choe seine Aktien von Facebook anstelle von 60.000 Dollar Bargeld wählte. Diese Entscheidung brachte ihm eine potenzielle Gewinnmarge von rund 200 Millionen Dollar nach dem Börsengang von Facebook im Jahr 2012.
Doch die Situation ist heute anders. Die Aktienmärkte sind volatiler, und die regulatorischen Hürden für eine Börsengang sind höher. Duncan, der bereits Anteile an Anthropic hält, die er 2024 erworben hat, ist überzeugt, dass seine Investition sich in Zukunft mehr als verdoppeln wird. Er verweist auf die vielversprechenden Ergebnisse der Implementierung von Claude Code in seiner eigenen Firma. „Wir erwarten eine Dreifach-Erhöhung unserer Produktion und eine Reduzierung der Kosten um 50%.“

Ein ungewöhnlicher weg zu anteilen
Die Suche nach einer Möglichkeit, vor einer Börsengang Anteile an Technologieunternehmen zu erwerben, ist nicht neu. In den frühen Tagen von Facebook schalteten einige Immobilienbesitzer Aktien als Gegenleistung für die Miete an. Duncan betont, dass der direkte Kauf von Aktien durch kleine Investoren aufgrund der Illiquidität oft schwierig ist.
Die Angebote, die Duncan seit der Veröffentlichung seines Deals erhalten hat, sind vielfältig: von Mitarbeitern bis hin zu Investoren, die früh in das Unternehmen eingestiegen sind. Einige der Deals sind jedoch umstritten, da die Gebühren und die Eigentumsstrukturen oft intransparent sind. Die Knappheit an liquiden Aktien im Sekundärmarkt macht es für Verkäufer attraktiv, hohe Preise zu verlangen.
Die Entwicklung bei Anthropic zeigt, dass das Interesse an KI-Startups weiterhin ungebrochen ist. Doch gleichzeitig mahnen Experten vor übermäßig spekulativen Kursen und der Notwendigkeit, die Risiken realistisch einzuschätzen. Der Deal von Storm Duncan ist ein klares Zeichen dieser Dynamik – und ein potenzieller Meilenstein für die Zukunft der KI-Branche.