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Bankinter schießt alarm: digitale zahlungen in europa – privatsysteme vor dem durchbruch

Bankinter-CEO Ortiz gibt klare Signale: Der Wettlauf um die digitale Bezahlung in Europa ist hochgradig dynamisch und erfordert einen pragmatischen Ansatz. Die Zukunft der Zahlungen wird nicht von nationalen Zentralbanken, sondern von privaten Initiativen wie Bizum dominiert.

Bizum – ein erfolgsmodell, das europa voranbringt

Ortiz betont unmissverständlich: „Bizum funktioniert einwandfrei“. Diese Aussage unterstreicht die Reife und den Erfolg des dezentralen Zahlungsverkehrs, der bereits jetzt eine deutliche Abkehr von traditionellen, zentralisierten Systemen darstellt. Die Beobachtungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bestätigen diese Entwicklung: Die Integration von Zahlungsdienstleistungen über Ländergrenzen hinweg steht vor der Haustür, während das europäische digitale Zentralbankgeld noch in weiter Ferne liegt.

Digitales zentralbankgeld – ein pragmatischer ansatz

Digitales zentralbankgeld – ein pragmatischer ansatz

Die Strategie von Bankinter setzt auf die Nutzung bestehender Infrastrukturen. „Wir glauben, dass es wesentlich schneller und kostengünstiger wäre, das digitale Zentralbankgeld auf der Basis der bereits etablierten privaten Infrastruktur zu etablieren“, erklärt Ortiz. „Es reicht aus, die Verbindungen zwischen den verschiedenen Knotenpunkten in den einzelnen Ländern herzustellen und Standards zu definieren.“ Dieser Ansatz vermeidet unnötige Investitionen und beschleunigt die Einführung des digitalen Euro.

Die rolle der privaten – effizienz als schlüssel

Die rolle der privaten – effizienz als schlüssel

Bankinter plädiert für den Einsatz privater Infrastrukturen im Zahlungsverkehr. „Die Initiative der Privatwirtschaft ist im Zahlungsverkehr vorzuziehen, da ihre Kosten und Implementierung günstiger sind. Das ist ein pragmatischerer Ansatz als alles andere“, so die CEO. Die Konkurrenz durch Stablecoins privater Anbieter, die nicht europäisch sind, wird als dringender Handlungsbedarf betrachtet.

Historische warnung vor technologischer abhängigkeit

Historische warnung vor technologischer abhängigkeit

Die Bankinter-Leitung zieht eine düstere Bilanz: Der Verkauf von Visa an die USA stellt einen strategischen Fehler dar. „Europa existierte und gehörte den Banken. Wir haben es verkauft. Dieses strategische Thema ist ein langfristiges Thema; wir dürfen erst 15 Jahre später aufwachen.“ Die Abhängigkeit von amerikanischen Technologiegiganten wird als kritisch erachtet – ein Warnsignal für die Zukunft der europäischen Finanzindustrie.

Euro digital – priorität ist der zahlungsverkehr

Während das digitale Zentralbankgeld skeptisch beäugt wird, konzentriert sich Bankinter auf die unmittelbare Zukunft des Zahlungsverkehrs. „Das Limit für Einzelpersonen in diesen Wallets wird plafoniert sein. Die von vielen erwarteten Beträge würden keine Probleme verursachen“, versichert Ortiz. Ihr Fokus liegt auf der Förderung des eurodigitalen Zahlungsverkehrs im Großhandel. Die schnelle Einführung von 24/7-Zahlungen, die bisher von den großen amerikanischen Plattformen nicht möglich waren, wird als entscheidend angesehen. Die Initiative sollte verstärkt werden, da 2029 oder 2030 noch viel Zeit liegt.

Bilanz und wachstum

Bankinter verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Nettoergebnis von 290,66 Millionen Euro, ein Anstieg von 7,61 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Interessegesparnis stieg um 5,5 %, die Nettogebühren um 8,06 %, und der Bruttoerlös um 6,5 %. Der operative Ertrag wuchs um 8,7 % auf 502,9 Millionen Euro. Das Effizienzverhältnis wurde um 132 Basispunkte auf 35,4 % reduziert, die Kreditauslastung sank auf 1,92 % und die Eigenkapitalquote erreichte 12,96 %.

Globale expansion und stabilität

Der Gesamtumsatz stieg um 10,3 % auf 136.678 Millionen Euro. Die verwalteten Ressourcen außerhalb des Gleichgewichts erhöhten sich um 17 % auf 69.123 Millionen Euro. Spanien bleibt der wichtigste Markt, gefolgt von Portugal und Irland. Diese Zahlen belegen die solide Position von Bankinter auf dem Weltmarkt.