Blue origin scheitert mit start – spacex bleibt im rennen
Ein frustrierender Tag für die Raumfahrtindustrie: Blue Origins Versuch, seinen New Glenn Raketenmotor erfolgreich zu starten und zurückzuholen, ist gescheitert. Während die Wiederverwendung des Boosters – den die Firma ironischerweise ‘Never Tell Me The Odds’ nennt – technisch zwar teilweise gelang, verfehlte das mitgesendete Satellit BlueBird 7 sein Zielorbit. Ein Rückschlag, der die Rivalität zwischen Bezos’ Blue Origin und Elon Musks SpaceX zusätzlich befeuert.
Die achillesferse der artemis-mission
Der New Glenn, ein Schlüsselbaustein für die NASA’s Artemis-Mission zur Wiederbesiedlung des Mondes, ist somit für den Moment aus dem Spiel genommen. Die verpassten orbitalen Parameter werfen ein Schlaglicht auf die enorme Komplexität der Raumfahrt und die hohen Anforderungen an die Zuverlässigkeit. Es ist ein Wettlauf um die Vorherrschaft, bei dem jede Verzögerung kostspielige Konsequenzen hat.
AST SpaceMobile, der Hersteller des Satelliten BlueBird 7, kündigte bereits die Entsorgung des Satelliten nach seiner Rückkehr in eine niedrigere Umlaufbahn an. Der Grund: Die geringe Höhe des Satelliten macht die Betreibung seiner Kommunikationsantennen unmöglich. Ein teurer Fehler, der durch die Versicherung abgedeckt wird – eine Tatsache, die die finanzielle Dimension dieser Wettrennen verdeutlicht.

Spacex’ konsistenz unter beschuss
Während Blue Origin an einer fehlenden kommerziellen Strahlungsfähigkeit von Starship scheitert, hat SpaceX seit seiner Gründung im Jahr 2002 kontinuierlich Fortschritte gemacht. Die Wiederverwendung des Boosters, wie hier mit ‘Never Tell Me The Odds’ demonstriert, ist ein entscheidender Faktor für die Kostensenkung und die Skalierbarkeit der Raumfahrt. Die Firma produziert derzeit den BlueBird 32 und erwartet, die BlueBird 8 bis 10 innerhalb von 30 Tagen fertigzustellen. Ein beeindruckender Produktionsrhythmus, der die technologische Überlegenheit von SpaceX unterstreicht.
Doch auch bei SpaceX gibt es Herausforderungen. Die bisherigen 11 Teststarts des Starship-Raketenkonzepts haben zu unerwarteten Problemen geführt. Die Frage ist, wann Musk endlich die entscheidende Hürde überwinden und seinen ambitionierten Plan für den Mars Realität werden lässt. Die Spannung ist enorm.
Die Beteiligung der spanischen Raumfahrtindustrie an der Artemis II Mission der NASA ist dabei von Bedeutung, auch wenn noch keine Landemodule von Blue Origin oder SpaceX bereitstehen. Die NASA plant mit einem der beiden Module im nächsten Jahr die Artemis III Mission.
Ein Rückschlag für Blue Origin, eine Bestätigung für die Stärke von SpaceX. Der Wettlauf ins All geht weiter – und die Welt hält den Atem an.