Digi schlägt zurück: spanische mobilfunkrevolution – von virtuell zu eigenem netz
Die rumänische Telekommunikationsfirma DIGI beschleunigt ihre Offensive in Spanien rasant. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Anrufen hat das Unternehmen nun einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Die Ausweitung seines eigenen Mobilfunknetzes.
Ein umbruch im spanischen mobilfunkmarkt
DIGI, das bislang als virtueller Betreiber agierte und die Infrastruktur anderer Anbieter nutzte, will nun in der Bundesliga der Mobilfunkbranche mitspielen – direkt mit eigener Technologie. Ein klares Ziel: Konkurrenz für etablierte Giganten wie Vodafone und Orange zu werden. Die Strategie dabei ist bisher zäh, aber effektiv.
Der jüngste Fortschritt: Bereits 1.000 Antennen sind in Spanien installiert, was mehr als 10 Prozent des Gesamtziels von 10.000 Sendepunkten darstellt. Diese Entwicklung ist gerade mal 10 Monate nachdem die erste Antenne in Palencia in Betrieb genommen wurde. Das ist eine beeindruckende Geschwindigkeit, die sich mit einem aktuellen Satz von rund 95 Antennen pro Monat vollzieht.

Der weg zur eigenständigkeit
Der Aufbau des eigenen Netzes erfolgte schrittweise. Zuerst durch Kooperationen, wie die Nutzung der Infrastruktur von Movistar, gefolgt von der Akquisition von Frequenzen, die durch Fusionen freigewordenen. Die jüngste Transaktion – der Kauf von Frequenzen von Orange nach der Fusion von MásMóvil – war ein entscheidender Schritt, um eigene Signale aussenden zu können. Zusätzlich beschleunigt der Deal mit Movistar, dessen Antennen genutzt werden, den Prozess erheblich. Für den Endverbraucher bedeutet das: Potenziell bessere Angebote, eine höhere Stabilität und eine überlegene Nutzererfahrung – ein Vorteil, der sich aus der wachsenden Eigenständigkeit von DIGI ergibt.

Finanzielle ambitionen und börsengang
Die Investitionen in das eigene Netz sind jedoch nicht ohne weiteres möglich. DIGI benötigt dringend Finanzierung, um seine Pläne zu verwirklichen. Obwohl der Preiskampf mit Vodafone erfolgreich ist, reicht das allein nicht aus. Der CEO Marius Varzaru kündigte einen bevorstehenden Börsengang an, um die finanzielle Unabhängigkeit von Spanien zum europäischen Mutterkonzern zu stärken. Die Bewertung liegt aktuell zwischen 2 und 2,4 Milliarden Euro, könnte aber aufgrund des Konflikts im Nahen Osten leicht sinken. Trotz der Gerüchte über eine Verzögerung bekräftigt DIGI seine Pläne.
Die operative Autonomie ist nun vollzogen – ein wichtiger Schritt für das Unternehmen. DIGI muss sich nun auf die Umsetzung konzentrieren, um seine Ziele zu erreichen.