technologie

Gaspreise explodieren: spanien setzt auf us- und russische lieferungen – doch die zeitenwende kommt

Spanien importierte im Februar 31.422 GWh Erdgas – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Doch hinter der vermeintlichen Entlastung verbirgt sich eine komplexe geopolitische Entwicklung, die die Energieversorgung Europas nachhaltig verändern könnte.

Us-gas dominiert: die usa als neuer lieferant

Us-gas dominiert: die usa als neuer lieferant

Der Anstieg der Importe, der sich vor allem auf die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA zurückführt, ist bemerkenswert. Die USA haben sich zum wichtigsten Gaslieferanten Spaniens entwickelt und überholten damit Algerien, das lange Zeit die Versorgung sicherstellte. Die US-Lieferungen stiegen im Februar auf 10.612 GWh, gegenüber 9.258 GWh im Vorjahr. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Folge der geopolitischen Lage, sondern auch ein Zeichen für eine tiefgreifende Verschiebung der globalen Energiehandelsmuster.

Die Zunahme der US-Lieferungen ist kein Zufall. Bereits im Januar 2026 erreichten die Mengen einen neuen Höchststand. Die Abhängigkeit von russischem Gas sinkt parallel. Die EU-Restriktionen gegen russische Gasimporte, die ab 2027 in Kraft treten sollen, beschleunigen diesen Wandel. Russland reagiert darauf mit einer verstärkten Ausrichtung auf asiatische Märkte, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen.

Die Situation wird durch die Krise im Persischen Golf zusätzlich verschärft. Der Konflikt hat zu Lieferengpässen bei LNG aus Katar geführt, einem wichtigen globalen Lieferanten. Die daraus resultierende Angebotslücke treibt die Preise in Europa in die Höhe. Die Europäische Kommission prüft nun eine Verlängerung der Übergangsfristen für russische Gasimporte, um eine weitere Verschärfung der Krise zu verhindern.

Während Russland seine Gaslieferungen nach Europa reduziert, stieg Nigeria mit 3.841 GWh im Februar auf einen neuen Höchststand seit Mai 2025. Der Anstieg von 82,3 Prozent im Jahresvergleich zeigt das Potenzial des afrikanischen Landes als alternativer Lieferant. Allerdings bleibt die Konkurrenz durch asiatische Abnehmer eine Herausforderung.

Die steigenden Importkosten könnten sich auf die Preise für Endverbraucher auswirken. Die EU hat 40 Milliarden Euro bereitgestellt, um Gas und Öl aus den USA und Russland zu beschaffen. Doch die Verfügbarkeit von LNG-Schiffen ist angesichts der Spannungen im Persischen Golf eine große Unsicherheit. Die Verschiebung der Lieferketten ist nicht nur eine kurzfristige Reaktion auf die aktuelle Krise, sondern eine langfristige strategische Neuausrichtung der europäischen Energiepolitik.

Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten – sei es Russland oder nun auch die USA – birgt Risiken. Die Diversifizierung der Energiequellen ist daher nicht nur wünschenswert, sondern eine Notwendigkeit – und zwar schneller als viele vermuten.