Google räumt play store-wettbewerb auf: wettbewerber erhalten neue chancen

Google ändert seine Richtlinien für Android-apps und die Google Play Store-Gebühren – ein Reaktion auf Kartellklagen und regulatorischen Druck in den USA und Europa. Das Unternehmen ermöglicht nun einfacheren Zugang für Wettbewerber und senkt die Gebühren für Entwickler.

Google lockert die regeln für alternative app-stores

Google lockert die regeln für alternative app-stores

Die Ankündigung des Tech-Giganten, wie der Bloomberg News berichtet, geht weit über die ursprünglichen Forderungen der Aufsichtsbehörden hinaus. Andere Unternehmen können nun für eine einmalige Gebühr einen eigenen App-Store in Android anbieten. Zusätzlich werden die Gebühren für Entwickler reduziert: von den üblichen 30 % auf 15 % oder sogar 10 % bei wiederkehrenden Abonnements.

Diese Änderungen sollen vor allem die Bedenken aus dem langjährigen Kartellstreit mit Epic Games ausräumen. Laut Tim Sweeney, CEO von Epic Games, beseitigen die neuen Richtlinien die größten Probleme mit der Android-Plattform und lösen die Rechtsstreitigkeiten in den USA, dem Vereinigten Königreich und Australien.

Die EU hatte Google bereits im März 2025 wegen Verstößen gegen das Digital Markets Act (DMA) zur Rechenschaft gezogen. Die Kartellbehörde befürchtete, dass Google Wettbewerbern die Möglichkeit nahm, ihre apps über alternative Vertriebskanäle anzubieten. Google hatte bereits früher hohe Bußgelder von der EU erhalten, darunter 9,5 Milliarden Euro für wettbewerbswidrige Praktiken.

In den USA hatte ein Gericht Google bereits im November 2025 aufgefordert, seine App-Kataloge für alternative App-Stores zugänglich zu machen. Diese Entscheidung wurde später vom Berufungsgericht bestätigt. Google hatte zunächst versucht, einen Kompromiss zu erzielen, der die gemeinsame Nutzung des App-Katalogs verhindern sollte, was dem Richter James Donato jedoch zu wenig erschien.

Die neuen Tarifstrukturen sollen die Abrechnung von Google Play entkoppeln. Entwickler können nun eine feste Gebühr von 5 % zahlen oder alternative Zahlungsabwickler nutzen. Laut einem Urteil im Jahr 2023 hatten Google-Praktiken gegen das Kartellrecht verstoßen. Der Richter hatte Google angewiesen, alternative App-Stores zu ermöglichen und die Bevorzugung eigener Dienste auf Android zu unterlassen.

Diese Entscheidung markiert einen Wendepunkt im Wettbewerb um die Kontrolle über das Android-Ökosystem. Die Auswirkungen auf den App-Markt könnten erheblich sein und neue Möglichkeiten für innovative Geschäftsmodelle schaffen. Die Frage ist nun, wie schnell und umfassend sich diese Änderungen in der Praxis niederschlagen werden – und welche Folgen sie für die Nutzer haben werden.

Die veränderten Konditionen in den USA, dem Vereinigten Königreich und der EU sollen ab Juni in Kraft treten. In Australien, Korea und Japan erfolgt die Einführung spätestens Ende 2026.

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