Meta entlässt tausende – angst und misstrauen breiten sich aus

Ein Mitarbeiter von Meta beschrieb den bevorstehenden Stellenabbau von 28 Tagen als „Hölle“. Die Schlagzeilen des Technologiekonzerns, der abermals Tausende Arbeitsplätze streicht, haben bei den Mitarbeitern für Panik gesorgt. Die Stimmung in den internen Foren ist angespannt – eine Mischung aus Verzweiflung, schwarzem Humor und der unheilvollen Frage, wer dem Kürzeren kommen wird.

Ein foto sagt mehr als tausend worte

Meta gab bekannt, dass es im Mai rund 10 % seiner Belegschaft entlassen und 6.000 offene Stellen abbauen wird. Wie üblich, versuchte das Unternehmen, die Nachricht vorzuspulen, doch die Gerüchte hatten bereits im Vorfeld die Runde gemacht. Janelle Gale, die Leiterin der Personalabteilung, räumte ein, dass die Ungewissheit für viele Mitarbeiter „unglaublich beunruhigend“ sei.

Ironischerweise erfuhr man, dass die Führungsebene die Situation offen ansprach – mit einem Bild eines Elefanten im Raum, eine Anspielung auf das offene Problem. Reuters hatte die geplanten Massenentlassungen bereits im März gemeldet, und die Mitarbeiter spekulierten seitdem über den Umfang der Kürzungen. „Elefant ist gelöscht!“, kommentierte ein Mitarbeiter. Ein weiterer postete ein Bild eines Briefumschlags mit der Aufschrift: „An: Elefant“.

Die anhaltende Ungewissheit über die betroffenen Teams erzeugt zusätzlichen Druck. Ein Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber Business Insider, dass er sich seit Monaten in Erwartung der nächsten Entlassrunde befand. Er werde weiterhin wie gewohnt arbeiten, sich aber gleichzeitig auf das Schlimmste einstellen – und versuchen, seine Fähigkeiten optimal zu nutzen, während er auf weitere Informationen wartet. „Ich gehe davon aus, dass ich jederzeit entlassen werde, egal was die Führung sagt. Ich werde also weiterarbeiten, wie immer.“

Aktion vs. stillstand

Aktion vs. stillstand

Meta bekräftigte, dass die Entlassungen vor dem geplanten Zeitpunkt bekannt gegeben wurden. Es gibt jedoch Unterschiede in den Auswirkungen – einige Mitarbeiter werden bis August beschäftigt, andere bereits im Mai. Die Frage nach den ausstehenden Aktienoptionen aus August ist weiterhin unklar. Gale betonte, dass betroffene Mitarbeiter vor der August-Übernahme eine Kündigungsdatum erhalten hätten. Ein Mitarbeiter bedankte sich bei ihr für die Klarstellung.

Ein weiterer Mitarbeiter erkundigte sich nach Reisebeschränkungen während der Entlassungsphase. Gale teilte mit, dass keine Einschränkungen für Reisen gelten würden, die von den jeweiligen Teamleitern vorgegeben würden. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist allgegenwärtig. Viele Mitarbeiter verweisen auf frühere Entlassrunden seit 2022 und befürchten eine weitere Verschärfung der Lage. Ein Mitarbeiter äußerte sich frustriert: „Ich fühle mich zunehmend am Überlebenstest beteiligt.“

Die Situation bei Meta wirft Fragen nach der Stabilität des Technologie-Sektors auf. Einige Beobachter verweisen auf das Modell der Tabakunternehmen, die trotz sinkender Umsätze weiterhin hohe Gewinne erzielen. Die Debatte über die Nachhaltigkeit von Tech-Giganten wird somit erneut entfacht. Die nächsten Tage, die von der US-Notenbank, den großen Technologieunternehmen und dem Wirtschaftswachstum geprägt sind, könnten den Verlauf des Jahres maßgeblich beeinflussen.