Millionenschaden im satelliten-drama: investor ching chiat kwong fordert milliarden

Ein australisches Start-up scheiterte im frühen 2010er-Jahre an der Finanzierung – ein dramatischer Fall, der nun vor Gericht steht. Der Grund: Ein exzentrischer Geschäftsführer und die wachsende Besorgnis der Kreditgeber.

Der kollaps von newsat: ein milliardenschachmatt

Die Firma NewSat, die versuchte, eine eigene australische Satellitenflotte zu bauen, erhielt Anfang der 2010er Jahre eine Finanzierung von mehreren hundert Millionen Dollar. Doch der Weg zum Weltraum war gesperrt. Die Kreditgeber – Societe Generale, Credit Suisse und Standard Chartered – zogen ihre Finanzierung zurück, nachdem sich ihre Bedenken über das Verhalten des CEO Adrian Ballintine verstärkten. Dieser hatte offenbar eine eher verschwenderische Art, die die Investoren verunsicherte.

Mehr als eine Dekade später hat sich der singapurische Immobilienmagnat Ching Chiat Kwong, der 100 Millionen Dollar in NewSat investiert hat, nicht davon erweichen lassen. Nun erhebt er mit seiner Firma Oxley Holdings vor dem Obersten Gerichtshof von Victoria Milliardenforderungen.

Ein dokument, das alles verändert

Ein dokument, das alles verändert

Der Kern der Klage dreht sich um ein Schreiben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, damals noch Politiker bei Coface, das die Bereitstellung einer wesentlichen Finanzierung für das Projekt genehmigte. „Ich war derjenige, der seine Zustimmung erteilt hat, um die Finanzierung zu stoppen“, erklärte Kwong. Ein Detail, das die gesamte Geschichte neu beleuchtet.

Die Anwälte des Klägers argumentieren, dass die Kreditgeber durch ihr Vorgehen eine potenzielle Gewinnmarge von rund einer Milliarde Dollar vernichteten, basierend auf der verlorenen Chance, den ursprünglichen Satelliten und weitere geplante zukünftige Starts zu realisieren. Standard Chartered wiederum beziffert die Schäden mit 4,81 Milliarden Dollar, allerdings unter Berufung auf unhaltbare Angaben des Klägers.

Regulatorische hürden und ein endloser streit

Regulatorische hürden und ein endloser streit

Der Weg zum Start war bereits von regulatorischen Schwierigkeiten erschwert. Philip Crutchfield, der Anwalt des Klägers, betonte, dass sich stets ein Zeitkonflikt ergab, der die Umsetzung unmöglich machte. Die Kreditgeber nutzten angeblich diese Verzögerungen, um Gelder im Dezember 2014 einzufrieren. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die fragwürdigen Geschäftspraktiken und die potenziellen Folgen exzentrischer Führungskräfte.

Der kampf um die wahrheit

Die Verteidigung argumentiert, dass die Vorwürfe vage und schwer zu beweisen seien. Brendan Rudd, ein Berater der Banken, hatte im Jahr 2014 geschrieben, dass er noch nie ein solches unethisches Verhalten bei einer Firma gesehen habe. Ballintine bestreitet diese Anschuldigungen vehement und bezeichnete die Kritik als übertrieben. Er betonte, er habe sich stets bewusst gegen eine übermäßige Ausgabenpolitik eingesetzt.

Ein blick auf den investor

Ching Chiat Kwong ist kein Unbekannter. Er begann seine Karriere als Polizist in Singapur und gründete später Oxley Holdings Ltd., die an der Börse notiert ist. Obwohl die Aktienkurse seit über einem Jahrzehnt stark gefallen sind, ist Kwong ein wohlhabender Investor. Sein Erfolg basiert auf dem Verständnis des singapurischen Marktes und der Nachfrage nach erschwinglichen Wohnungen. Er hat seine Vermögenswerte diversifiziert, darunter Weinberge in der Toskana und ein Palazzo in Venedig. Die Anordnung seines Büros – ein imposanter Toro mit goldenem Rahmen und kleinere Toro-Skulpturen – spiegelt seine Werte wider: Ausdauer und Beständigkeit, verkörpert durch das chinesische Zeichen für „Stärke“.