Movistar und o2 liefern schneller: überhöhte geschwindigkeiten bei glasfaser-kunden
Kunden von Movistar und O2 bemerken seit Tagen eine deutliche Leistungssteigerung ihrer Glasfaserverbindungen. Die geschwindigkeit übersteigt oft die vertraglich vereinbarten Werte – und das ohne zusätzliche Kosten.

Telefónica-tochter erhöht glasfaser-geschwindigkeiten unbemerkt
Die Glasfaser-Geschwindigkeiten von Movistar und O2 sind in den letzten Tagen spürbar gestiegen. Nutzer berichten von Geschwindigkeiten von bis zu 350 Mbit/s bei 300 Mbit/s-Verträgen, und ähnliche Werte bei 600 Mbit/s und 1 Gbit/s-Paketen. Diese Aufstockung liegt etwa 50 Mbit/s über den zugesicherten Tarif.
Der Grund dafür liegt in der Software-Begrenzung der Verbindungsgeschwindigkeit. Während der Vertrag eine bestimmte Maximalgeschwindigkeit vorgibt, ermöglicht Telefónica – die Muttergesellschaft von Movistar und O2 – eine dynamische Anpassung, die oft zu höheren Geschwindigkeiten führt. Die tatsächliche nutzbare geschwindigkeit hängt jedoch auch vom verwendeten Router ab. Ein Router, der nur 600 Mbit/s unterstützt, kann auch bei einem 1 Gbit/s-Vertrag nicht mehr als 600 Mbit/s liefern.
Telefónica scheint diese Strategie bewusst zu verfolgen. Die regulatorische Aufsicht der CNMC (Kommission für Wettbewerb) fordert regelmäßige Geschwindigkeitstests, deren Ergebnisse öffentlich zugänglich sind. In den letzten Monaten wurde Digi als schnellerer Anbieter wahrgenommen, und Telefónica reagiert nun mit einer Anpassung der Synchronisationsprofile.
Diese Maßnahme könnte eine Marketingstrategie sein: Telefónica möchte in den kommenden Quartalen in den Messungen der CNMC die Nase vorn haben. Die Konkurrenz schläft nicht, und die Zahlen sprechen für sich. Die geschwindigkeit über das Ethernet-Kabel ist dabei natürlich höher als über WLAN, wo Funkstörungen die Leistung reduzieren.
Die Änderung betrifft Kunden von O2 und Movistar mit Glasfaseranschlüssen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Praxis dauerhaft ist oder nur eine kurzfristige Reaktion auf den Wettbewerb darstellt. Die Nutzer profitieren jedenfalls von einer unerwarteten Leistungssteigerung – und das ohne Aktivität.
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