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Ölpreise explodieren: krieg im nahen osten treibt globale wirtschaft an den rand

Die Weltwirtschaft steht vor einem der größten Schocks seit Jahrzehnten. Der Konflikt im Nahen Osten hat die Ölpreise auf ein neues Rekordniveau getrieben und löst eine Kettenreaktion von Problemen aus, die sich von steigenden Energiepreisen bis hin zu einer Abkühlung der Aktienmärkte erstrecken.

Der strauchelei der energieversorgung

Der strauchelei der energieversorgung

Seit dem Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait im September 1990 – damals führte der Erste Golfkrieg zu einem monatlichen Anstieg der Ölpreise um 46 % – hat sich die Situation verschärft. Die jüngsten Angriffe auf iranische Ölanlagen haben die globalen Märkte in ihren Grundfesten erschüttert. Der Preis für Brent-Öl hat die Marke von 119 Dollar pro Barrel überschritten, eine Steigerung von über 50 % seit Beginn des Jahres. Auch russisches Rohöl, das aufgrund gelockerter Sanktionen nun verstärkt nachgefragt wird, ist um mehr als 75 % gestiegen.

Die Auswirkungen sind unmittelbar spürbar. Der Schifffahrtsverkehr durch den schammische Straße von Hormus, ein vitaler Güterweg für 20-30 % der weltweiten Öl-Exporte, ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Insbesondere die europäische Gasversorgung leidet unter den Folgen, da die Angriffe auf die größte Gaslagerstätte der Welt die Lieferketten massiv beeinträchtigen.

Analysten von Julius Baer warnen vor einer zunehmenden Verschärfung der Risiken für die globale Wirtschaft. Restriktivere Finanzierungsbedingungen, ausgelöst durch fallende Aktienkurse und steigende Renditen, belasten vor allem die USA und Europa. Auch China und Japan kämpfen mit wachsenden Schwierigkeiten.

Die europäische Gas-Referenz TTF hat im März einen Anstieg von rund 100 % erlebt, von etwa 30 Euro pro Megawattstunde auf über 69 Euro. Obwohl die USA mit der Inbetriebnahme einer LNG-Terminal in der Lage sind, bis zu 20 % der Qatari-Exportkapazität zu decken, sinken die Preise für US-amerikanisches Henry-Hub-Gas inzwischen unter 2,9 Dollar pro Million BTU.

Auch die Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Kursverlusten. Der S&P 500, der Dow Jones und der Nasdaq schlossen den März um etwa 5 % niedriger, konnten aber durch eine starke Schlussphase teilweise wieder etwas aufholen. Der spanische Ibex 35 verzeichnete mit einem Verlust von 7,7 % seinen größten monatlichen Rückgang seit 2022.

Die Energiekrise belastet die spanische Wirtschaft besonders, da das Land ein großer Importeur von fossilen Brennstoffen ist. Auch Deutschland und Italien sind stark betroffen. Gold, traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten, erlebte im März eine überraschende Korrektur und verlor zeitweise 1.500 Dollar. Der Anstieg des Dollars als vermeintlicher Krisenrefugium trug maßgeblich zu diesem Abschwung bei. Ein steigender Leitzins justifies den Anstieg der Anleiherenditen, wobei die Rendite der US-Staatsanleihe mit 10 Jahren seit Juli 2025 nicht mehr erreicht wurde.

Der Euríbor, die Referenz für variable Hypothekenzinsen in der Eurozone, stieg im März von 2,2 % auf fast 3 % – ein direkter Ausdruck der Inflation. Die Erwartungen, dass die Zentralbanken ihre Zinsen in diesem Jahr senken werden, sind deutlich gesunken. Die Folgen dieser Entwicklung sind auch für Anleger im Kryptobereich spürbar.

Die steigenden Ölpreise haben die Erwartungen an Zinssenkungen für dieses Jahr gedämpft. Die Renditen von Staatsanleihen sind gestiegen. Die 10-jährige US-Staatsanleihe liegt wieder auf einem Niveau, das zuletzt im Juli 2025 erreicht wurde – ein deutlicher Druck auf risikoreiche Anlagen. Eine solche Entwicklung ist selten und wirft Fragen nach der Zukunft der globalen Finanzmärkte auf.