Oscar-duell: warner bros. setzt auf 'sinners' und 'one battle after another' – im schatten der übernahme
Die 98. Oscar-Verleihung 2026 wird zu einem internen Kampf für Warner Bros., während die Firma gleichzeitig eine entscheidende Veränderung erlebt: Die bevorstehende Übernahme durch Paramount Skydance Corp. für 110 Milliarden Dollar wirft einen langen Schatten auf die Festspiele. Die beiden Top-Anwärter auf den Titel Beste film stammen aus dem Hause Warner Bros. Discovery Inc. und stehen sich in den Startlöchern.

Ein ungewöhnliches duell um die oscars
„One Battle After Another“ von Paul Thomas Anderson, mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, gilt als Favorit der Wettbüros und Experten. Der Film, der die Geschichte eines gescheiterten Erfinders erzählt, der versucht, seine Tochter vor seinem Erzfeind Sean Penn zu retten, erregte bereits vorab Aufmerksamkeit durch seine düsteren Szenen. Doch „Sinners“ von Ryan Coogler, der mit beeindruckenden 16 Nominierungen die Rekordzahl für einen Film in der Oscar-Geschichte erreicht hat, könnte die Überraschung werden. Die Produktionskosten für beide Filme beliefen sich auf rund 15 Millionen Dollar pro Stück – ein enormer Einsatz in der hart umkämpften Filmbranche.
„Sinners“ ist eine bizarme Mischung aus Horror, Musical und historischer Fiktion, angesiedelt im segregierten Mississippi der 1930er Jahre. Der Film, der auf der Novelle „Vineland“ von Thomas Pynchon basiert, erzählt von zwei Zwillingsbrüdern, die gegen Vampire kämpfen. Michael B. Jordan und Coogler, bekannt für „Creed“ und „Black Panther“, führen die Besetzung an. „One Battle After Another“ hingegen, basiert lose auf dem gleichnamigen Roman und konkurriert um den Preis für die beste adaptierte Drehbücher.
Die Nominierungen für den besten Schauspieler dürften besonders spannend werden. Michael B. Jordan hat nach seinem Sieg beim Screen Actors Guild Award einen letzten Schub bekommen. Timothée Chalamet, der in der Indie-Produktion „Marty Supreme“ eine Tischtennis-Ikone der 50er Jahre spielt, gehört ebenfalls zu den Anwärtern. Ein möglicher Gewinner ist jedoch Jordan, dessen Leistung im Film ebenfalls für viel Lob sorgt.
Doch während Warner Bros. sich auf die Preisverleihung konzentriert, steht die Übernahme durch Paramount Skydance Corp. im Raum. Die Akquisition im Februar soll 110 Milliarden Dollar wert sein. Die Oscar-Nominierungen könnten ein wichtiger Erfolg für die Führungskräfte von Warner Bros. sein, Michael De Luca und Pamela Abdy, die das Studio nach einer Phase der geringen Zuschauerzahlen wiederbelebt haben. Ihre Strategie, auf hochwertige Originalproduktionen zu setzen, scheint sich auszuzahlen.
Die Preisverleihung findet am 4. pm Ortszeit im Dolby Theatre in Los Angeles statt. Conan O’Brien moderiert die Veranstaltung, die von ABC und Hulu übertragen wird. Die Gewinner werden von über 10.000 Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences gewählt. Mit über 317 nominierten Filmen ist die Konkurrenz dieses Jahr besonders groß.
Die Tatsache, dass Warner Bros. mit zwei Filmen so stark vertreten ist, unterstreicht nicht nur die Qualität der aktuellen Produktionen, sondern auch die strategische Neuausrichtung des Unternehmens – ein strategischer Schachzug angesichts der rasanten Veränderungen in der Filmindustrie. Und während die Branche auf die Ergebnisse wartet, bleibt die Frage, wie sich die Übernahme auf die zukünftige Filmproduktion und die kreative Freiheit auswirken wird. Die Antwort wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.