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Raumwächter mit superaugen: französisches unternehmen revolutioniert satellitenüberwachung

Ein neues Auge im All – und mit potenziell gravierenden Folgen für die Sicherheit. Simera Sense France, eine hundertprozentige Tochter des belgischen Unternehmens Simera Sense, hat eine revolutionäre Kamera entwickelt: die SSA Scape100 Full Motion. Diese trägt nun dazu bei, Satelliten vor unerwarteten Gefahren zu schützen und die europäische Raumfahrtresilienz zu stärken.

Detaillierte beobachtung bis zu 10 kilometern – ein gamechanger für die weltraumüberwachung

Die Kamera, entwickelt in Toulouse, ist in der Lage, Objekte bereits 10 Zentimeter groß aus bis zu 10 Kilometern Entfernung zu erkennen. Das ist eine Leistung, die bisher in dieser Präzision und Reichweite nicht möglich war. Diese unglaubliche Detailgenauigkeit ist entscheidend, um Risiken während Überflügen von Satelliten zu bewerten – insbesondere wenn es um unkooperatives oder potenziell feindseliges Verhalten von Raumfahrzeugen geht.

Doch die Anwendung geht weit über die reine Verteidigung hinaus. Die SSA Scape100 Full Motion ist ein hochsensibles System zur Überwachung von Weltraummüll. Durch die frühzeitige Erkennung und Verfolgung von Trümmern kann Kollisionen mit aktiven Satelliten verhindert werden – ein Problem, das die zunehmend überlasteten Erdumlaufbahnen immer drängender macht.

Technische details und flexible einsatzmöglichkeiten

Technische details und flexible einsatzmöglichkeiten

Was die Kamera so besonders macht: Ihr orientierbares 360-Grad-System und das verbesserte Firmware gewährleisten eine kontinuierliche Beobachtung ohne Beeinträchtigung der Hauptmission des Satelliten. Der geringe Stromverbrauch, die kompakte Bauweise und das geringe Datenvolumen machen sie zu einer idealen Nutzlast für autonome Satelliten – sei es als eigenständige Einheit oder als Teil einer koordinierten Konstellation. Das ermöglicht eine höhere Frequenz der Beobachtungen und eine umfassendere Abdeckung der Orbitalkörper.

Die optische Konstruktion, mit einer 95-mm-Blende, ermöglicht die Detektion von Objekten mit einer visuellen Helligkeit von bis zu -12,5. So lassen sich auch schwache Objekte unter schwierigen Sichtbedingungen verfolgen. Thales hat bereits einen Vertrag über 26 Millionen Euro erhalten, um die Entwicklung der Teleskope für die LISA-Mission zu leiten – ein weiterer Beweis für das wachsende Vertrauen in die Technologie von Simera Sense.

Die Produktionsstätte in Toulouse wird nun die SSA Scape100 Full Motion fertigen und montieren. Die erste Version für den Einsatz soll im zweiten Quartal 2027 verfügbar sein. Ein erster Testlauf soll die Detektions-, Diagnostik- und Überwachungsfähigkeiten der Kamera unter Beweis stellen. Mit über 200 Aufträgen und mehr als 50 verschiedenen Kunden – von denen 82 Prozent Mitglieder der NATO sind – hat Simera Sense bereits einen beeindruckenden Kundenstamm. Die europäische Raumfahrtindustrie verzeichnete im Jahr 2024 einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro, getrieben von staatlichen Aufträgen. Und auch in Spanien boomt der Sektor: Die Branche wies im gleichen Jahr einen Rekordumsatz von 1,293 Milliarden Euro auf – ein Anstieg von 14,9 Prozent gegenüber 2023. „Unsere Kunden benötigen zuverlässige Systeme, die ihnen ein klares Bild von dem geben, was im Orbit vor sich geht und ihnen die Möglichkeit geben, sicher zu handeln“, erklärt Kammy Brun, Geschäftsführerin von Simera Sense France. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf die Produktion in Frankreich und Afrika südlich der Sahara.