Rayneo air 4 pro: ar-brille für 300 euro – wirklich gut?
Die Welt der Augmented Reality (AR) wird günstiger. RayNeo beweist das mit der Air 4 Pro, die für rund 300 Euro erhältlich ist. Nach den bereits vielversprechenden Air 3s Pro habe ich die neue Version einige Zeit intensiv getestet. Ist sie ein würdiger Nachfolger oder nur ein weiterer Versuch, den AR-Markt zu erobern? Die Antwort ist überraschend nuanciert.
Ein upgrade mit fokus auf klarheit
Die Air 4 Pro ist kein radikales Umdenken, sondern eine Verfeinerung. Wer bereits die Air 3s Pro besitzt, muss nicht unbedingt aufrüsten. Aber für Neulinge im Bereich der AR-Displays bietet sie einen attraktiven Einstiegspunkt. Der größte Unterschied liegt in der verbesserten Bildqualität dank des Vision 4000 Chips und der optimierten Optik. Das Bild ist schärfer und klarer, besonders bei Textdarstellungen. Hier punktet die RayNeo Air 4 Pro deutlich gegenüber einigen Konkurrenten im ähnlichen Preissegment.
HDR10 – Ein Versprechen, das nicht ganz eingehalten wird. RayNeo bewirbt HDR10-Unterstützung, doch im Praxistest zeigt sich, dass der Unterschied zwischen HDR-aktiviert und deaktiviert eher subtil ist. Das Bild wird zwar etwas heller und kontrastreicher, aber der Wow-Effekt bleibt aus. Das AI HDR Feature versucht, SDR-Inhalte in HDR umzuwandeln, jedoch auch hier ist der Erfolg begrenzt.
Was aber wirklich überzeugt, ist die Gesamtqualität des Bildes. Die 1920 x 1080 Pixel Auflösung mag auf dem Papier nicht beeindrucken, aber in der Praxis sorgt sie für eine angenehme Schärfe und Detailgenauigkeit. Farben sind lebendig, der Kontrast ist gut, und die Helligkeit ist ausreichend, um auch in hellen Umgebungen noch ein gutes Bild zu erhalten.

B&o-sound und ein cleveres design
Auch beim Klang hat RayNeo nicht geknafft. Die Bang & Olufsen-abgestimmten Lautsprecher liefern einen überraschend ausgewogenen und angenehmen Sound. Sie sind zwar nicht die lautesten, aber dank der besonderen Anordnung an den Tempeln wird der Schall relativ privat gehalten – ein wichtiger Aspekt bei AR-Brillen. Ein kleiner Wermutstropfen: Etwas mehr Leistung wäre wünschenswert.
Das Design der Air 4 Pro ist schlicht und unauffällig. Die Brille ist mit 76 Gramm erstaunlich leicht und kompakt. Sie sieht fast normal aus, was sie im Alltag tragbar macht. Das Gehäuse ist robust und die Verarbeitung wirkt hochwertig.
Was fehlt und was kommt?
Trotz aller Stärken gibt es auch Verbesserungspotenzial. Eine höhere Auflösung wäre ein deutlicher Fortschritt. Auch die Farbwiedergabe könnte noch etwas natürlicher sein. Ein Feature, das ich mir besonders wünsche, ist ein Anchored Mode, der es ermöglicht, Inhalte im Raum zu verankern und nicht nur vor den Augen zu sehen. RayNeo sollte hier bald nachlegen.
Die RayNeo Air 4 Pro sind eine solide AR-Brille für Einsteiger. Sie bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und überzeugen mit ihrer Bildqualität und ihrem simplen Plug-and-Play-Konzept. Wer einen erschwinglichen Einstieg in die Welt der Augmented Reality sucht, ist hier genau richtig. Die Zukunft der AR-Brillen sieht also nicht düster aus – zumindest nicht, wenn sie so gut wie die Air 4 Pro aussehen.