technologie

Samsungs exynos-drama: 60% ausfallrate droht mit foundry-chaos

Ein düsteres Bild zeichnet ein aktuelles Report aus Südkorea: Samsung steht vor einer ernsthaften Krise in seinem Halbleiter-Geschäft, und zwar in Bezug auf die Produktion seiner eigenen Exynos-Chips. Während der RAM-Mangel im ersten Quartal 2026 die Gewinne in die Höhe treibt, mangelt es an Unternehmen, die überhaupt noch mit Samsung Foundry zusammenarbeiten wollen.

Die 60%-hürde: ein produktionsengpass

Die eigentliche Ursache liegt offenbar in einem massiven Problem bei der 2nm-Prozesstechnologie. Laut den internen Berichten ist Samsung an der sogenannten "60% Massenfertigungsrate" festsitzend – das bedeutet, dass ein Großteil der produzierten Chips mit Qualitätsproblemen zu kämpfen hat. Ein Nanometer, also 1nm, bezeichnet die Größe der Transistoren auf der Chip-Oberfläche und ist direkt mit der Leistungsfähigkeit und Effizienz verbunden. Je kleiner, desto besser, zumindest theoretisch.

Die Galaxy S26 und S26 Plus, die in Europa angeboten werden, sind mit dem 2nm-Exynos 2600 ausgestattet. Im US-Markt setzt Samsung auf den 3nm-Snapdragon 8 Elite Gen 5. Diese Diskrepanz zeigt deutlich, dass Samsung selbst an der Leistungsfähigkeit seiner Exynos-Chips zweifelt – ein bitteres Bild für den deutschen Markt.

Tsmc holt deutlich davon ab

Tsmc holt deutlich davon ab

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Samsung erreicht aktuell nur noch eine Ausbeute von rund 50-60%, was nach Berücksichtigung der Nachbearbeitung zu einem effektiven Wert von etwa 40% führt. Im Vergleich dazu erreicht TSMC mit dem 2nm-Prozess eine beeindruckende 60-70% Ausbeute. Das Problem? Die Produktionsprozesse sind noch nicht stabil genug, um die hohen Anforderungen großer Kunden wie Apple, NVIDIA oder AMD zu erfüllen. Ein Fehler von nur wenigen Prozent kann hier enorme finanzielle Folgen haben.

Die Nachfrage nach Bitcoin-Mining-Halbleitern aus China, die in den letzten Monaten zur Prozessverbesserung beigetragen haben, hat zwar geholfen, aber die grundlegende Stabilität des 2nm-Prozesses ist noch nicht gegeben. Es ist bemerkenswert, dass Samsung in weniger als einem Jahr von einer 20% Ausbeute auf eine mittlere 50% gegangen ist – ein Fortschritt, der jedoch nicht ausreicht, um mit den Marktführern zu konkurrieren.

Obwohl kleinere interne Projekte wie Teslas AI6-Chip geplant sind, hängt der langfristige Erfolg von der weiteren Verbesserung der Ausbeute ab. Die Realität sieht düster aus: Samsung ist nicht mehr in der Lage, die Qualitätsstandards für Großkunden zu erfüllen.

Letztendlich ist Samsung in einer Übergangsphase gefangen – technologisch auf dem Vormarsch, aber noch nicht wettbewerbsfähig. Es ist eine bittere Erkenntnis für einen Konzern, der einst als Vorreiter in der Halbleitertechnologie galt. Die Konkurrenz um die Vorherrschaft im Bereich High-End-Chips wird umso intensiver.