Schnellere ladung? flugmodus vs. schnellladen – was bringt es wirklich?
Das Problem ist bekannt: Smartphones brauchen immer länger, um wieder vollzuladen. Besonders bei intensiver Nutzung – Streaming, Gaming, soziale Medien – steigt die Temperatur, was die Batterie zusätzlich belastet. Eine einfache Lösung, die sich hartnäckig hält: Der Flugmodus soll das Laden beschleunigen. Aber hält das wirklich stand?

Flugmodus oder nicht flugmodus: eine gegenüberstellung
Ich habe einen Test durchgeführt. Dabei standen ein 120W-Ladegerät und ein Smartphone mit 80W-Schnellladefunktion auf dem Prüfstand. Die Ergebnisse zeigen: Der Flugmodus verkürzt die Ladezeit tatsächlich, wenn auch nur geringfügig.
Die Reduktion beträgt etwa 4 Minuten für eine vollständige Aufladung. Das liegt daran, dass der Flugmodus alle drahtlosen Verbindungen – WLAN, Bluetooth, Mobilfunk – abschaltet. Dadurch wird die Wärmeentwicklung reduziert, was sich positiv auf den Ladevorgang auswirkt. Allerdings ist dieser Effekt bei neueren Smartphones mit fortschrittlicher Kühlung und intelligenter Ladeoptimierung weniger ausgeprägt. Einige Geräte bieten mittlerweile auch eine getrennte Ladefunktion an, die zwar langsamer ist, aber die Nutzung des Geräts während des Ladens ermöglicht.
Die meisten modernen Smartphones verfügen über Mechanismen, die die Wärmeentwicklung regulieren. Viele nutzen beispielsweise aktive Kühlung oder Flüssigkeitskühlung. Diese Technologien mildern den Effekt des Flugmodus deutlich ab. Bei älteren Geräten, die weniger ausgefeilt sind, ist der Unterschied umso größer.
Wer sein Smartphone während des Ladens intensiv nutzt – insbesondere mit Ladegeräten unter 20W – wird ohnehin lange auf eine volle Ladung warten müssen. Der thermische Stress auf die Batterie ist zu groß. Hier bringt der Flugmodus kaum Vorteile.
Der Flugmodus ist also keine Wunderwaffe für schnellere Ladungen mehr. Er kann bei älteren Geräten und mit leistungsstarken Ladegeräten einen kleinen Unterschied machen, aber die Technologie hat sich weiterentwickelt. Was wirklich zählt, sind die spezifischen Eigenschaften des Geräts und die Qualität des Ladegeräts. Und so bleibt es: Die Reise zur schnellen Ladung ist noch lange nicht abgeschlossen – und die Wärmeentwicklung bleibt eine Herausforderung.