Spacex-börsengang: kleinanleger stürmen auf musks raketen-imperium
Ein Paukenschlag für den Kapitalmarkt: Elon Musk hat die Tür für Kleinanleger zu SpaceX geöffnet – und damit eine potenzielle Börsengeschichte ausgelöst. Der geplante Börsengang, der diesen Sommer über die Nasdaq unter dem Ticker „SPCX“ erfolgen soll, ermöglicht es Privatanlegern erstmals, am Erfolg des Raumfahrt- und KI-Unternehmens teilzuhaben. Die Euphorie ist bereits spürbar, doch es mehren sich auch die Warnrufe.
Die ungewöhnliche zugänglichkeit für privatanleger
Anders als bei traditionellen Börsengängen, bei denen institutionelle Investoren bevorzugt behandelt werden, erhalten Kleinanleger die Möglichkeit, Aktien der Klasse A über fünf Online-Broker – Charles Schwab, Fidelity, Robinhood, SoFi und E-Trade von Morgan Stanley – zum gleichen Preis und zum gleichen Zeitpunkt wie die Großinvestoren zu erwerben. Ein Novum, das die ohnehin schon hohe Aufmerksamkeit für SpaceX weiter befeuert.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: SpaceX verzeichnete im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar. Diese Verluste sind jedoch keineswegs ungewöhnlich für ein Unternehmen, das massiv in die Entwicklung neuer Technologien investiert, insbesondere in den Bereichen künstliche Intelligenz und Raumfahrt. Die geplanten Einnahmen aus dem Börsengang liegen zwischen 75 und 85 Milliarden Dollar, was SpaceX mit einer Bewertung von 1,5 bis 2 Billionen Dollar zum potenziell größten Börsengang der Geschichte machen würde.

Wallstreetbets diskutiert: hype oder risiko?
Auf Plattformen wie Reddit, insbesondere im Forum WallStreetBets, brodeln die Gemüter. Während einige Nutzer die Ambitionen von SpaceX enthusiastisch bejubeln, äußern andere Bedenken hinsichtlich der hohen Bewertung. Ein Nutzer schrieb: „Eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar? Die Zahlen scheinen zu stimmen“, was von hunderten anderen Nutzern mit positiven Bewertungen quittiert wurde. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die vor einer Entkopplung von der Realität warnen.
Besonders brisant ist die Frage der Unternehmensführung. Musk plant, auch nach dem Börsengang weiterhin als CEO, CTO und Chairman zu fungieren und durch eine Struktur mit doppelt gewichteten Aktien (Klasse B) die Kontrolle zu behalten. Ein Nutzer auf WallStreetBets formulierte es drastisch: „Du hast buchstäblich keine Macht. Du bist nur Mitfahrer. Das ist keine Demokratie, sondern eine Diktatur mit Börsenzeichen.“
Die Dokumente von SpaceX räumen ein, dass das Interesse der Kleinanleger ein Risiko darstellen könnte. „Es könnte ein erhöhtes Interesse an unseren Stammaktien der Klasse A nach diesem Angebot entstehen, was zu einer erhöhten Volatilität des Aktienkurses führen könnte“, heißt es darin. Diese Einschätzung ist angesichts der Geschichte anderer Unternehmen, die zu Lieblingen der Kleinanleger wurden, durchaus nachvollziehbar.
Die Tesla-Aktie, die in den letzten Jahren von einer ähnlichen Begeisterung der Kleinanleger profitiert hat, zeigt, dass eine hohe Nachfrage nicht immer eine nachhaltige Wertsteigerung bedeutet. SpaceX steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen und gleichzeitig die Erwartungen zu erfüllen, die mit einer Bewertung von mehreren Billionen Dollar einhergehen. Ob der Börsengang tatsächlich zu einer nachhaltigen Wertsteigerung führt oder lediglich ein kurzfristiger Hype, wird die Zeit zeigen. Die Entscheidung liegt nun bei den Anlegern – und bei Elon Musk, der weiterhin das Zepter in der Hand hält.