Swift greift ein: künstliche intelligenz unter beschuss

Taylor Swift hat die digitale Schlacht eröffnet – und es geht um ihre Stimme und ihr Gesicht.

Der kampf um die digitale identität

Der kampf um die digitale identität

Die Pop-Sängerin hat massiv in den Schutz ihrer Marke investiert. Mit drei Patentanmeldungen will sie verhindern, dass künstliche Intelligenz ihre Stimme und ihre Bildrechte ohne Erlaubnis missbraucht. Ein klares Zeichen der Besorgnis in der Branche.

Wie Variety berichtet, hat TAS Rights Management, Swifts Unternehmen, bereits im April drei Markenanmeldungen beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) eingereicht. Zwei davon beziehen sich direkt auf Audio-Samples ihrer Stimme – „Hallo, ich bin Taylor Swift“ und „Hallo, ich bin Taylor“. Die dritte Anmeldung ist visuell: Es handelt sich um ein bekanntes Foto von Swift während ihrer „The Eras Tour“, das die Künstlerin als Schutz für ihr Bildrechte beansprucht. Die Aufnahme zeigt Swift mit einer rosa Gitarre, einer schwarzen Schultergurt und einem irisierenden, mehrfarbigen Body sowie silbernen Stiefeln. Sie steht auf einer pinken Bühne vor einem farbenfrohen Mikrofon im Hintergrund mit violetten Lichtern.

Swift ist bereits Opfer von KI-Missbrauch geworden. Ihr Bild wurde wiederholt für pornografische Inhalte generiert, die über soziale Medien verbreitet wurden. Während der Präsidentschaftskampagne 2024 nutzte Donald Trump KI-generierte Bilder, die suggerierten, Swift unterstütze seine Kandidatur – eine eindeutige Desinformation.

Swifts Schritt, diese Anträge zu stellen, folgt auf die Strategie von Matthew McConaughey. Der Schauspieler hat bereits seine berühmten Sätze und Audio-Fragmente aus der Komödie „The Firm“ (1993) als Marke registriert, ebenso wie Video- und Audioaufnahmen von sich selbst. Die Anwälte, die McConaughey dabei unterstützen, sehen in der Selbstregistrierung ein zusätzliches rechtliches Mittel gegen KI-Replikationen, die das Bild und Aussehen des Schauspielers ohne Genehmigung nutzen wollen. In einigen US-Bundesstaaten, darunter New York und Kalifornien, gibt es bereits Gesetze zum Persönlichkeitsrecht, die den unautorisierten kommerziellen Gebrauch von Bildern und Erscheinungsbild verbieten. Allerdings können Klagen wegen Markenrechtsverletzungen in US-Bundesgerichten eingereicht werden – ein effektiveres Mittel zur Abschreckung, da sie bundesweit gelten. Josh Gerben, Rechtsanwalt bei Gerben IP, erklärte in seinem Blog, dass diese Anmeldungen die Besorgnis der Industrie über die Bedrohung durch KI verdeutlichen, die die Kontrolle von Künstlern über ihre Stimme und ihr Bild gefährdet.

„Im Grunde könnte Swift bei einer Klage gegen eine KI, die ihre Stimme nachahmt, argumentieren, dass jedes Audio, das wie eine Marke klingt, ein Verstoß gegen das Urheberrecht darstellt“, so Gerben. Die visuelle Anmeldung dient ebenfalls dem Zweck, einen markanten visuellen Aspekt zu schützen – von dem irisierenden Body bis hin zu ihrer charakteristischen Pose. Obwohl der Ansatz der „Selbstregistrierung“ noch nicht in der Praxis bewiesen ist, könnte er dem Potenzial der Urheberrechtsgesetze großer Studios ähneln und Künstlern die Möglichkeit geben, sofortige Entfernung von Inhalten zu fordern. Trotzdem stellt die aktuelle Situation eine Neuinterpretation des Markenrechts im Zeitalter der KI dar. Bereits im Jahr 2025 hatte Disney eine Abmahnung an Google für die KI-Plattform Gemini geschickt, da diese Inhalte generierte, die auf ihren registrierten Charakteren basierten – die Inhalte wurden wenig später entfernt.