Wall street-strategen ignorieren tech-crash – gewinneprognosen bleiben trotz nasdaq-tiefstand bestehen
Nach einer dramatischen Vertiefung des Technologie-Sektors, die den Nasdaq 100 um 4,8 Prozent in die Tiefe stürzte, halten prominente Finanzstrategen in New York den Kopf hoch. Die Angst vor einem nachhaltigen Abschwung scheint den Blick auf die kommenden Gewinneprognosen nicht zu trüben.

Skeptische optimisten: eine ungewöhnliche kombination
Der jüngste Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten, ausgelöst durch ein starkes Arbeitsberichts-Signal, das die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank verstärkte und somit das Risiko-Sentiment belastete, hat die Börsenkurse in die Schwebe gehängt. Doch Analysten bei Morgan Stanley und Citigroup, darunter Namen wie Mike Wilson und Scott Chronert, sehen weiterhin Potenzial im S&P 500. Wilson argumentierte in einer kürzlichen Studie, dass eine solche Korrektur – wie er sie erwartet – letztlich gesund für den Markt ist. „Die Märkte bewegen sich selten geradlinig“, betonte er.
Die Erhöhung der Gewinnprognosen, kombiniert mit einem positiven Makroökonomiefundament, rechtfertigt nach ihrer Einschätzung eine Zielmarke von 8.000 Punkten für den S&P 500 bis Ende des Jahres. Chronert hob hervor, dass Citigroup nun ein Ziel von 8.100 Punkten angesetzt hat, was einen Aufwärtspotenzial von 9,7 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss impliziert.
Die Strategen bei Morgan Stanley beobachten kritisch die Konzentration von Investitionen in Halbleiter und Speichertechnologien – ein Faktor, der den Markt in den letzten Wochen stark beeinflusst hat. Sie bleiben jedoch vorsichtig und prognostizieren, dass zyklische Sektoren aufgrund ihrer strukturellen Vorteile eine überdurchschnittliche Performance erzielen werden. Wilson, der bereits während der iranischen Leitungsverzögerung einen optimistischen Kurs verfolgte, sah die jüngste Marktbewegung als eine notwendige Stabilisierung an.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Einschätzung Bestand hat. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Nachhaltigkeit dieser optimistischen Strategien zu beurteilen.