Z generation: streaming-crashkurs – abo-sucht ade, micro-miete dominiert
Ein massiver Umbruch im Unterhaltungsmarkt zeichnet sich ab: Die Generation Z, die Jungen zwischen 16 und 31 Jahren, verabschiedet sich von den traditionellen Abo-Modellen und greift stattdessen nach einer neuen Strategie – dem sogenannten Micro-Miet-Prinzip. Ein aktuelles Dentsu e. IGN Entertainment-Studie enthüllt eine grundlegende Veränderung der Konsumgewohnheiten, die für Studios, Publisher und Konsolenspieler Konsequenzen hat.
Streaming-abo-alarm: die youtuber-mentalität im digitalen zeitalter
Die klassischen monatlichen Streaming-Abonnements, einst als sichere Einnahmequelle für die Branche angepriesen, verlieren an Attraktivität. Laut der Studie mieten junge Leute vornehmlich nur die Serien und Filme, die sie tatsächlich sehen wollen – ein Verhalten, das an die Videokassetten-Nights der 90er erinnert, nur digital. Einmal gemietet, verschwindet der Zugang, sobald der zeitliche Rahmen abgelaufen ist. Es ist ein radikaler Bruch mit der Vorstellung von langfristigen Verträgen und Loyalität gegenüber Plattformen.
Die Zahlen sprechen für sich: 59 Prozent der Z-Generation nutzen Streaming-Dienste ausschließlich für einzelne Titel, ohne sich langfristig zu binden. Diese kurzlebige Nutzung spiegelt eine generelle Skepsis gegenüber festen Kosten und einer Präferenz für Flexibilität wider. Die Folge: Die Plattformen verlieren Kunden, und die einst so hohe Abomodellpreise wirken plötzlich lächerlich.
Gaming-revolution: free-to-play und pay-to-win
Auch im Gaming-Bereich zeigt sich ein ähnliches Trend. 62 Prozent der jungen Gamer bevorzugen kostenlose Spiele wie Game Pass oder Free-to-Play-Titel. Sie investieren zwar bereitwillig in saisonale Erweiterungen, kosmetische Gegenstände oder andere In-Game-Käufe, aber der Kauf von Einzelspielen ist in den Hintergrund getreten. Die Konsolenhersteller, Sony und Nintendo, reagieren darauf mit einem verstärkten Fokus auf Spiele-as-a-Service-Modelle, aber die Verkaufszahlen von Einzelspielen leiden weiterhin.

Musik und filme: der digitale exodus
Der Trend setzt sich auch bei Musik und Filmen fort: 71 Prozent der Generation Z kaufen weder physische Musik noch Filme oder Serien. Der digitale Vertrieb dominiert, und das zu Recht. Doch die geringere Kaufbereitschaft, kombiniert mit dem niedrigeren verfügbaren Konsumentenbudget, verschärft die Lage. Es ist ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Realität junger Menschen, die sich auf digitale Inhalte konzentrieren und dabei auf teure physische Formate verzichten.

Fazit: die branche muss sich neu erfinden
Die Z-Generation stellt die etablierten Geschäftsmodelle vor eine enorme Herausforderung. Die Industrie muss sich schnell anpassen und neue Wege finden, um diese anspruchsvollen Konsumenten zu erreichen. Es ist keine Frage des „Wenn“, sondern des „Wann“. Wer dies verpasst, wird den Anschluss verlieren. Und das ist in der heutigen digitalen Welt keine Option.