Fed zögert: ölpreis-sorgen trüben konjunkturprognosen
Die US-Notenbank hat erneut überrascht – oder eben nicht überrascht. Während die Märkte vorsichtig auf einen baldigen Zinswende hofften, hielt die Federal Reserve an ihren aktuellen Zinsen fest. Ein Schachzug, der Fragen aufwirft und die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten weiter befeuert.

Gouverneur miran widerspricht: vier zinskürzungen bleiben das ziel
Stephen Miran, ein Mitglied des Federal Open Market Committee, äußerte sich nach der Sitzung zuversichtlich, dass die Inflationsziele erreicht werden. Er betonte jedoch, dass es noch zu früh sei, die genaue Anzahl der Zinskürzungen im Jahr 2026 festzulegen. Ein klares Signal, dass die Fed ihre Entscheidungen weiterhin von den aktuellen Wirtschaftsdaten abhängig machen wird. Die Märkte reagierten entsprechend verhalten.
Doch es gibt einen Knackpunkt: Miran unterschied sich in seiner Einschätzung von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der Fed, und plädierte für eine moderate Zinsreduktion von einem Viertelpunkt. Die Hauptsorge scheint dabei der anhaltend hohe Ölpreis zu sein. Dieser treibt nicht nur die Energiekosten in die Höhe, sondern wirkt sich auch auf die Preise für viele andere Güter und Dienstleistungen aus und könnte die Inflationsbekämpfung erschweren.
Die aktuelle geopolitische Lage, insbesondere die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, verstärken die Unsicherheit zusätzlich. Die Fed scheint jedoch darauf zu bestehen, sich von kurzfristigen politischen Ereignissen nicht zu beeinflussen – ein Ansatz, der zwar prinzipiell richtig ist, angesichts der Volatilität der Märkte aber auch riskant sein kann. Die Abhängigkeit des globalen Ölangebots von diesen geopolitischen Faktoren ist ja hinreichend bekannt.
Trotz der kurzfristigen Instabilität durch die Konflikte bekräftigte Miran seine Prognose, dass es im Laufe des Jahres zu vier Zinskürzungen kommen wird. Die Junge Fed scheint also fest entschlossen, den Kurs beizubehalten – eine Entscheidung, die angesichts der komplexen wirtschaftlichen Lage und der anhaltenden Unsicherheiten genau beobachtet werden muss.