Renault schrumpft: bis zu 20% weniger ingenieure – china-konkurrenz zwingt zu drastischen maßnahmen
Ein Schock für die deutsche Automobilindustrie: Renault plant massivere Entlassungen im Engineering-Bereich. Bis zu 20 Prozent der weltweit eingesetzten Ingenieure sollen in den kommenden zwei Jahren wegfallen – eine Reaktion auf den zunehmenden Druck durch die Konkurrenz, vor allem aus China, wo BYD die Rechnung schliesst.

Strategische neuausrichtung mit weitreichenden folgen
Die genaue Anzahl der Betroffenen könnte sich auf über 2.000 Ingenieure belaufen, was die französische Traktion deutlichกระทen. Doch Renault versichert, dass weiterhin in Frankreich an den anspruchsvollen Projekten wie dem initialen Design, der Entwicklung neuer Technologien und der Konzepterstellung bis zur Festlegung des Konzepts gearbeitet wird. Die Firma beabsichtigt nun, die Verantwortlichkeiten zwischen den Engineering-Stationen in Frankreich und den internationalen Teams in Spanien, Rumänien, Indien, Korea, Marokko, der Türkei und Brasilien neu zu ordnen.
Die konkrete Zuweisung der Verantwortlichkeiten für die Roadmap liegt nun in den Händen der jeweiligen Länderleiter, die bis zum Sommer ihre Entlassungspläne anhand der zugewiesenen Projekte vorlegen müssen. Philippe Brunet, der neue Technische Leiter, setzt auf eine vereinfachte Struktur, um die Effizienz zu steigern. Renault verfolgt damit eine klare Linie, die bereits im Engineering-Bereich eingeführt wurde.
Seit Juli hat der Geschäftsführer François Provost mit eiserner Hand Kostensenkungen umgesetzt, um die Produktion der Modelle R5 und Clio zu beschleunigen. Die wachsende Herausforderung durch chinesische Hersteller wie BYD, die mit ihren kostengünstigen Elektroautos die Massen gewinnen, hat das Ruder herumgekippt. Die Aktie von Renault ist in diesem Jahr bereits um 12 Prozent eingebrochen.
Um dem entgegenzuwirken, greift Renault auf chinesische Komponenten und die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Shanghai zurück, insbesondere für den Twingo Electric. Mit einem Preis unter 20.000 Euro soll der Kleinwagen dieses Jahr in den Markt kommen. Provost plant, die gewonnenen Erkenntnisse aus China in die französischen F&E-Zentren, insbesondere im Technocentre bei Paris, zu übertragen. Laut einem Bericht von Bloomberg, zitiert von Laurent Giblot, CGT-Sprecher, könnte dies zu einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen im Engineering- und Supportbereich in Frankreich führen. “Der Abbau unserer Ingenieursabteilung ist höchst besorgniserregend,” betont Giblot. “Die geplanten Kürzungen sind drastisch und werfen die Frage auf, wie das Unternehmen die geplanten 36 Modelle bis 2030 produzieren kann.” Renaults Zukunft hängt nun von der effizienten Umsetzung dieser drastischen Massnahmen ab – und vom Erfolg der Strategie, die sich stark vom chinesischen Wettbewerb inspirieren lässt.