Blue origin fehlstart: satellit in falscher umlaufbahn – bezos’ ambitionen gefährdet?
Ein bittersüßer Tag für Blue Origin: Der dritte Flug seines neuen Trägers New Glenn endete mit einem unerwarteten Misserfolg. Während die Firma von Jeff Bezos, einst Gründer von Amazon, einige Rekorde verbuchte, verpasste sie das entscheidende Ziel – den AST SpaceMobile-Satelliten BlueBird 7 in die vorgesehene Umlaufbahn zu bringen. Er schwebt nun am falschen Ort, und es ist fraglich, ob er jemals wieder operativ sein wird.

Der new glenn – eine ambitionierte, aber fehleranfällige entwicklung
Der New Glenn, der Nachfolger des New Shepard, ist ein deutlich größeres Raumfahrzeug mit einer Höhe von 98 Metern und zwei separaten Stufen. Er kann bis zu 45.000 Kilogramm Nutzlast transportieren. Der dritte Testflug, NG-3, sollte Blue Origin dem Falcon 9 von SpaceX ebenbürtig machen und dabei zwei wichtige Hürden überwinden: die erstmalige Verwendung eines wiederverwendbaren Raketenstarts und ein automatisches Landen der ersten Stufe. Doch das Landen der ersten Stufe gelang, die eigentliche Mission jedoch endete in einem Desaster.
Die Mission NG-3 startete am vergangenen Sonntag von Cape Canaveral. Blue Origin nutzte dabei erstmals eine Raketengrundlage aus einem vorherigen Flug, was die Komplexität der Aufgabe verdeutlicht. Die Trennung der ersten Stufe verlief erfolgreich, sie landete neun Minuten später auf der Plattform Jacklyn, wie ein kurzes Video zeigt – ein beeindruckender Anblick. Doch der entscheidende Moment, die Freigabe des Satelliten, ging schief. Die Stufe 2 des New Glenns ist dafür ausgelegt, sich in der Atmosphäre abzustringen.
AST SpaceMobile und der verlorene BlueBird 7
Es handelt sich um den großen BlueBird 7 von AST SpaceMobile, ein Satellit, der Teil eines Netzwerks von 60 Satelliten werden sollte, um 5G-Internet und Telefonie direkt vom Weltraum aus anzubieten. Die Firma plant, die restlichen Satelliten BlueBird 8, 9 und 10 im kommenden Monat zu starten. Dieser Rückschlag ist ein schwerer Schlag für Blue Origin und Bezos, die nun mit einer möglichen Aussetzung zukünftiger Flüge rechnen müssen. Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA wird die Umstände untersuchen.
Das eigentliche Problem ist das Vertrauen. Während AST SpaceMobile Satelliten in Serie produziert, die durch eine Versicherung abgesichert sind, birgt der Verlust eines einzelnen Satelliten mit komplexen Experimenten oder sogar militärischen Komponenten ein erhebliches Risiko. Die Vorbereitungszeit für eine Ersatzproduktion kann Jahre dauern. Blue Origin hat bereits zahlreiche Starttermine für die Satelliten von Amazon Leo geplant. Ein weiterer Fehler wie dieser ist schlichtweg nicht akzeptabel, wenn das Unternehmen mit SpaceX konkurrieren will.
Elon Musk von X (ehemals Twitter) gratulierte Jeff Bezos auf humorvolle Weise. Die Situation ist ernüchternd. Die FAA wird die Ursachen des Fehlers sorgfältig prüfen. Die konsequenzen sind gravierend und könnten Blue Origins ambitionierten Plänen einen schweren Stricher reißen.